1. September 1916
Wie Boelcke MVR fragte
Wie Boelcke MVR fragte
Veranstaltungshighlights
Ereigniserzählung
„Haben Sie kein Interesse mehr daran, Kampfpilot zu werden, mein junger Freund?“, fragte Bölcke den ungläubigen Baron. „Ja, natürlich, Herr Leutnant“, platzte Manfred heraus. Er fand schnell seine gewohnte Gelassenheit wieder und bat den sächsischen Flieger, Platz zu nehmen. „Bitte setzen Sie sich, Herr Leutnant.“
In wenigen stakkatoartigen Sätzen erklärte Bölcke den Grund seines Besuchs. Der Baron war sich des Grundes wohl bewusst, hörte aber höflich und mit größtem Interesse zu. „Für unsere Flieger an der Somme-Front läuft es schlecht. Der Feind hat die Kontrolle über den Luftraum übernommen. Sie wissen, was das bedeutet. Ihre Flugzeuge leiten das Artilleriefeuer ungehindert. Ihre Kampfflugzeuge beschießen ununterbrochen unsere Infanterie. Die Auswirkungen auf die Moral unserer Männer sind katastrophal. Unser Flugdienst wird verspottet. Die Truppen an der Front sagen: ‚Möge Gott England, unsere Artillerie und unsere Luftwaffe bestrafen.‘ Und die Infanterie fragt: ‚Hat jemand einen deutschen Flieger gesehen?‘ Ich habe den Befehl erhalten, eine Gruppe ausgewählter Flieger zu rekrutieren, eine Elite-Staffel zu bilden und den Feind aus der Luft zu vertreiben. Was sagen Sie, Baron, möchten Sie mich an die Somme begleiten und echte Kampfhandlungen erleben?“