28. Juni 1917

Karl Allmenroeder

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Karl Allmenroeder

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Ereigniserzählung

"Manfred hat sein Jagdgeschwader, bestehend aus vier Staffeln, bekommen. Er schoß inzwischen seinen 54., 55. und 56. Gegner ab. Die Zeitungen melden den Fliegertod von Leutnant Karl Allmenroeder. Eine Hiobsbotschaft nach der anderen. Man muß sich innerlich festmachen, wenn man nicht daran zermürben soll. Die unglückliche Mutter. Immer steht das hübsche frische Gesicht des erst Einundzwanzigjährigen vor meinem Augen, in dem sich früher männlicher Ernst mit jünglinghafter Frische paarte. Der junge deutsche Adler,der 30 tapfere feindliche Flieger vorangehen hieß, stürzte in einen alten deutschen Soldaten-Friedhof, der zwischen den Linien lag und vom Trommelfeuer geöffnet war. Die toten Helden nahmen ihren Bruder auf. Manfred, der nicht zur Beisetzung Allmenroeders fliegen konnte, schrieb einen Brief an den Vater des Toten, in dem er das Ende seines Meisterschülers beschreibt: "Ein englisches Flugzeug, das mindenstens 800 Meter entfernt war, schoß auf diese Riesenentfernung ganz wenig Schüsse (die übliche Kampfentfernung sind 100 oder 50 Meter oder nur Flugzeuglänge). Karls Maschine machte sofort eine Lintskurve, Richtung auf unsere Linien. Ein Zeichen, daß noch ein Wille in der Maschine war. Seine Kameraden erkannten noch, daß er den Benzinhahn zumachte und in einen Gleitflug überging. Aus diesem Gleitflug wurde ein Sturzflug, der nicht mehr aufhörte... Einen schöneren Tod, als im Luftkampf zu fallen, kann ich mir selber nicht wünschen; es ist ein Trost, zu wissen, daß Karl von seinem Ende nichts gemerkt hat...""

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