2. September 1914

MvR schickt eine Karte

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Ich erhielt eine Karte von Manfred. Er ist wohl und munter. Iche mußte viel an ihn denken, nun aber bin ich wieder beruhigt und froh. Wir hatten in der Kirche einen Kriegsgottesdienst. Es fiel mir auf, wie viele Menschen schon in Trauer waren - und doch dauert der Krieg erst wenige Wochen. Eine ernste und fast bedrückende Stimmung wollte nicht weichen. Als wir mit sinkender Dunkelheit aus der Kirche kamen, sahen wir noch ein Etrablatt mit einer großen Siegesnachricht. Wir gingen alle zur Zeitung, wo gerade, noch drückfeucht, die Extrablätter verteilt wurden. Zehn französische Armeekorps sind von unserer Kronprinzarmee geschlagen zwischen Reims und Verdun. Das war noch eine schöne Sedanfreude. Wir gingen nun froher nach Hause. Auch der Sieg de Generalobersten von Hindenburg in Ostpreußen stellt sich als eine großartige Waffentat heraus. 100.000 Russen - so lasen wir - wurden in die Masurischen Seen gedrängt, davon ergaben sich 70.000 Mann und 300 Offiziere. Die ganze russische Nordarmee ist damit vernichtet.

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