5. August 1914

MvR schreibt aus Schelmce

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"Manfred schrieb aus Schelmce, jenseits der Grenze. Der Brief war vom 5. August datiert, dem Tage also, als uns der Gottesdienst auf dem kleinen Exerzierplatz vereinigte und ich um ihn bangte. Während wir standen und sangen, schrieb er wohl diesen Gruß an die Heimat in irgendeiner Waldlichtung südwestlich von Kalisch, bei dem fernen Grollen der Kanonen, noch müde von der nächtlichen Patrouille, die nun schon seine dritte ist. Sechs Mann nur gehören noch zu dem kleinen Reitertrupp, der sich dicht an den Feind angehängt hat. Verwundet ist noch keiner von ihnen, gottlob. Aber es wird nun wohl bald anders werden. Wen ich diesen Brief erhalte, so schreibt Manfred, ist er vielleicht schon auf dem Abtransport nach dem Westen. Von dem Wege nach dort schrieb auch Lothar schon eine Karte aus Traben. Von keinem der beiden Söhne haben wir richtig Abschied nehmen können. Das stimmt ein wenig traurig. Aber wie vielen Müttern wird es so gehen!"

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