19. Juni 1916
Zeumer
Zeumer
Ereigniserzählung
Ich blätter in alten Briefen aus Manfreds freier, ungebundener Fliegerzeit, als Georg Zeumer, Freund und Lehrer, ihn noch unterwies. Oft hatte ich inzwischen gefragt, was aus ihm wohl geworden sei, nachdem er das doppelte Mißgeschick hatte, über Fort Vaux abgeschossen zu werden und sich auf dem Abtransport den Schenkel zu brechen. Die Wunden heilten schlecht, Zuckerkrankheit trat auf, das Bein wurde neun Zentimeter verkürzt, Georg konnte nur noch an Stöcken gehen. Dennoch hing er mit jeder Faser seines Herzens weiter an der Fliegerei. Und nun - vor wenig Tagen - hörte ich, daß es ihm, namentlich durch Manfreds Vermittlung, gelungen ist, wieder ins Feld zu kommen, zur Jagdstaffel Boelcke. Für solche Gesinnung gibt es nicht ehrende Worte genug!